Web.pngSymposium: Wikileaks – Neue Regeln für neue Formen der Kommunikation?

Mit der Digitalisierung hat sich die gesellschaftliche Kommunikation verändert. Die neuen computervermittelten Formen der Kommunikation bilden nicht bloß eine Ergänzung des bisherigen Systems der Massenmedien, sondern müssen als eigenständige Erweiterungen des sozialen wie des individuellen Lebensraumes verstanden werden, die neu konstituiert und gestaltet werden. Dabei bilden sich in einem (bewussten wie unbewussten) Aushandlungsprozess aller Beteiligten Handlungsregeln und -logiken heraus, die nicht einfach nach den üblichen Mustern reguliert werden können. Wikileaks ist dafür das prominenteste Beispiel. Es braucht daher adäquate Formen individueller Verantwortung und ebenso adäquate rechtliche Regulierungen, die diese spezifischen neuen Medienlogiken unter der Perspektive des Gemeinwohls und in Übereinstimmung mit dem bestehenden Rechtskorpus zu normieren trachten. Ihre Entwicklung steht vor der Herausforderung, Missbrauch entgegenzuwirken, ohne die sich entwickelnden Freiräume kommunikativen Handelns und demokratischer Partizipation zu gefährden.

Diese und andere Perspektiven stehen im Mittelpunkt der vom Institut für Europäisches Schadenersatzrecht und von der Kommission für vergleichende Medien- und Kommunikationsforschung organisierten hochkarätig besetzten Expertenrunde am Donnerstag, den 6. Oktober 2011, um 16.30 Uhr in der Akademie der Wissenschaften (1010 Wien, Sonnenfelsgasse 19). Zu den Vortragenden zählen wM o.Univ.-Prof. Dr. Walter Berka (Institut für Verfassungs- und Verwaltungsrecht, Universität Salzburg), Dipl.-Inf. Constanze Kurz (Pressesprecherin des Chaos Computer Clubs, CCC, Berlin; Sachverständige der Enquête-Kommission ‘Internet und digitale Gesellschaft’ des Deutschen Bundestages) und Univ.-Prof. Dr. Caja Thimm (Institut für Sprach-, Medien- und Musikwissenschaft, Universität Bonn). Der Eintritt ist frei.