Veranstaltung der IGKK zum Thema "Haftung nach Wahrscheinlichkeitsquoten"

Die Probleme, die durch die medizinische und wissenschaftliche Unsicherheit im Hinblick auf die Beweisbarkeit der Verursachung von Schäden entstehen, haben Gerichte in mehrere europäischen Rechtsordnungen dazu veranlasst, Alternativen zu ihren gebräuchlichen Zugängen zum Beweis der Kausalität zu suchen. Unter diesen findet sich das Konzept der Proportionalhaftung – ein Konzept, welches bisher in Österreich, den Niederlanden und in Großbritannien Anwendung findet. Die Haftung nach Wahrscheinlichkeitsquoten wurde auch von der Group on European Tort Law vorgeschlagen und resultierte in einem engagiertem Projekt, bei dem eine geeignete Anwendungsmöglichkeit des Konzepts der Haftung nach Wahrscheinlichkeitsquoten untersucht werden sollte. Ken Oliphant, Mitglied der Group on European Tort Law, präsentierte am Montag, 31. Mai 2010  im Hörsaal Rechtswissenschaften (Juridicum II), Schenkenstrasse 8-10 Wien die bisherigen Ergebnisse der Forschungsarbeit und stellte eigene Ansichten zum Konzept der Haftung nach Wahrscheinlichkeitsquoten vor. Alexander Stremitzer diskutierte im Anschluß die Vorteile der Proportionalhaftung aus Wohlfahrtssicht und rundete seine Ausführungen mit einem rechtsvergleichenden Überblick unter besonderer Berücksichtigung neuerer US-Judikatur im Medizin-, Umwelt,- und Kapitalmarktrecht ab.