Grundfragen eines künftigen europäischen Schadenersatzrechts (Principles of European Tort Law)

Ziel dieses auf breiter rechtsvergleichender Basis durchgeführten Forschungsvorhabens ist die Entwicklung eines Gesamtkonzepts für eine künftige Vereinheitlichung des Schadenersatzrechts in der Europäischen Union, vor allem im Hinblick auf die mögliche Kodifikation eines europäischen Privatrechts. Auf der Basis von rechtsvergleichenden Forschungen wurden Prinzipien herausgearbeitet, die in allen europäischen Rechtsordnungen mit Akzeptanz rechnen können. Wegen der Verschiedenheit der in die Betrachtung einbezogenen Rechtsordnungen konnte allerdings bei dieser Arbeit nur selten auf bereits bestehende einheitliche Regeln zurückgegriffen werden, vielmehr bedurften bereits vorhandene Lösungen häufig der Fortentwicklung oder es mussten neue Ansätze gesucht werden.

Die „Principles of European Tort Law. Text and Commentary“ wurden 2005 veröffentlicht und sind seither von essentieller Bedeutung für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einem “European Tort Law”.

Die European Group on Tort Law, deren Tätigkeit vom Institut für europäisches Schadenersatzrecht koordiniert wird und zu deren Mitgliedern Direktor Ken Oliphant und Helmut Koziol zählen, hat sich 2009 dazu entschlossen, eine Überarbeitung der Principles vorzunehmen, welche die zwischenzeitlich gewonnenen Erfahrung aus der Praxis und der Literatur verarbeiten soll. Darüber hinaus sollen die Principles um die Teilbereiche der Staatshaftung sowie der Proportionalhaftung erweitert werden.