Soziologische und juristische Analyse von Gesundheits- und Körperschäden

Ziel des Projektes ist eine rechtssoziologische Analyse von Schadenersatzklagen im Bereich von Personenschäden. Zu dem Zweck werden Schlüsselpersonen aus verschiedenen Europäischen Rechtsordnungen befragt. Ein vergleichender Forschungsbericht, der auf den Berichten der einzelnen Jurisdiktionen aufbaut, soll veröffentlicht werden. Das Projekt wird vom vormaligen Direktor des ESR, Prof. Ken Oliphant geleitet und ist daher trotz seiner derzeitigen Tätigkeit bei der Universität Bristol immer noch am ESR angesiedelt, da es während seiner Tätigkeit am ESR begonnen hat.
Die 4 Länderteams erstellten zunächst einführende Berichte über die Behandlung von Personenschäden in ihrer jeweiligen Rechtsordnung. Diese Berichte stellen den Kern des Projekts dar und bilden die Basis für den rechtsvergleichenden Schlussbericht. Ein Befragungsleitfaden wurde im Einvernehmen mit allen Länderteams im Oktober 2013 erstellt; welcher in der Folge von jedem Länderteam auf die besonderen Bedürfnisse des jeweiligen Landes, in Abstimmung mit dem Projektleiter, angepasst wurde. Mit den Befragungen wurde Ende 2013 begonnen.

Das Projekt wurde im Jahr 2015 kontinuierlich fortgeführt. Insgesamt wurden 81 Interviews durchgeführt (England & Wales 29, Norwegen 27, Niederlande 25); lediglich die Befragungen einiger Richter in England und Wales ist noch ausständig. Eine vorläufige Analyse der Interviews wurde von den einzelnen Länderteams unterbreitet, vom Projektleiter durchgesehen und es konnten auch schon erste vergleichende Schlussfolgerungen gezogen werden. Die vorläufigen Forschungsergebnisse wurden bereits im Rahmen von Vorträgen vorgestellt und auch in einigen Publikationen verwertet.

Am 3. März 2016 werden die gesamten Forschungsergebnisse auf einer Konferenz in London, die in Zusammenarbeit mit dem „British Institute of International and Comparative Law“ organsiert wird, präsentiert. Schon vor diesem Zeitpunkt findet eine weitere Arbeitssitzung des Projektteams statt. Die noch ausstehenden Interviews sollen in der ersten Jahreshälfte nachgeholt werden. Weiters sollen alle Entwürfe für die Veröffentlichung durchgesehen und lektoriert werden, wobei geplant ist, das Manuskript Ende Juni 2016 dem Verlag zu übergeben.